Status: offen

Antragstext

Die AfB Region Hannover beantragt, dass sich die Ratsfraktion der SPD Hannover und die Landtagsfraktion der SPD Niedersachsen für die Errichtung von Familienzentren an Grundschulen einsetzen sollen.

 

Begründung

Mehr Chancengleichheit und ein guter Start in institutionelle Bildungsprozesse werden maßgeblich davon beeinflusst, dass Familien bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder frühzeitig Angebote zur Unterstützung vorfinden. Mit dem Ziel, Familien und elterliche Kompetenzen von Beginn an zu stärken, ist die Absicht verbunden, die Wichtigkeit von Bildungsprozessen von Geburt an hervorzuheben und eine förderliche Eltern-Kind-Beziehung zu festigen.

Die positiven Erfahrungen mit Familiengrundschulzentren aus Nordrhein-Westfalen können als erprobtes Erfolgsmodell für Familienzentren an Grundschulen herangezogen werden. Mittlerweile gibt es in Nordrhein-Westfalen mehr als 150 Familiengrundschulzentren. Diese werden durch die Wübben Stiftung und das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen (wissenschaftlich) begleitet. Mit Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen haben sich im Jahr 2023 neben Berlin auch weitere Bundesländer mit ihren Modellprojekten auf den Weg gemacht.

Mit der Zielsetzung, eine nachhaltig wirkende Struktur zu schaffen, soll von Beginn an konzeptionell ein „roter Faden“ sichtbar sein, der die Schwerpunktsetzung der Familienförderung deutlich macht. Vor diesem Hintergrund wird auch die Begrifflichkeit „Familienzentren an Grundschulen“ geprägt – im Gegensatz zu anderen Bundesländern, die ähnliche Vorhaben als Familiengrundschulzentren bezeichnen. Der Begriff verdeutlicht, dass passgenaue Angebote für Familien und die Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Lehrpersonal im Mittelpunkt stehen. Eine enge Verbindung von Familienförderung mit der Bildungsinstitution Schule soll hier von Seiten der Bedarfe der Familien her umgesetzt werden.

Das Konzept sollte an die Familienzentren an Kitas anknüpfen und an Familien mit Kindern im Grundschulalter adressiert werden. Am Standort Schule erreichen sie Familien mit Kindern im Grundschulalter auf einer breiten Basis und sind daher „für niedrigschwellige Zugänge zu familienunterstützenden Dienstleistungen prädestiniert.“ Im Idealfall sind Eltern bereits mit der Institution Familienzentrum vertraut und nutzen diese aus eigenem Antrieb. Mit den Familienzentren an Grundschulen sollen aber auch insbesondere jene Eltern angesprochen werden, die bislang durch die Angebote der Familienförderung und/oder der frühen Bildung unzureichend adressiert werden.

Hinweis: Diese Begründung ist aus dem Konzept für Familienzentren an Grundschulen in Berlin entnommen.