Belastungen begegnen und ernst nehmen:: Regelstundenzahl der Grundschullehrkräfte anpassen
Status: nochmal zurückgesetzt (04.12.2025)
Antragstext
Die AfB Region Hannover fordert die Landtagsfraktion der SPD Niedersachsen auf, dazu auf, sich dafür einzusetzen, die Regelstundenzahl von Grundschullehrkräften an die gestiegenen Belastungen anzupassen und auf 24,5 Stunden zu reduzieren.
Begründung
Die Situation an den Grundschulen hat sich seit der Jahrtausendwende massiv verändert. Die Schülerschaft ist zunehmend heterogen geworden: Ein Teil der Erstklässler:innen kann mit Eintritt in die Schule bereits lesen und schreiben, andere verstehen überhaupt nicht, was von ihnen erwartet wird und sind bzw. fühlen sich bereits abgehängt, bevor die Schule überhaupt richtig begonnen hat. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die bereits die 1. Klasse wiederholen, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ebenso sprechen die Schuleingangsuntersuchungen eine deutliche Sprache: Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme mit der Feinmotorik, Sprachdefizite sind nur einige Herausforderungen, die sich in den letzten Jahren massiv verstärkt haben. Für die Altersgruppe der 0- bis 3-jährigen liegt die Betreuungsquote in Niedersachsen bei gut einem Drittel, während ca. jedes 10. Kind keine KiTa besucht. Allseits kritisiert wird die völlig unzureichende Sprachförderung im vorschulischen Bereich.
Anderseits hat die Bitkomstudie jüngst gezeigt: Drei Viertel der Erstklässler sind online; bei den 11-jährigen steigt die Quote dann auf 95%. In der Grundschule sitzen die unterschiedlichsten Schüler:innen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen, verschiedensten Sprachen und unterschiedlichsten Leistungsniveaus nebeneinander und haben mit ihren Eltern die unterschiedlichsten Erwartungen an die Lehrkräfte. Mit all diesen vielfältigen Herausforderungen haben es Grundschullehrkräfte zu tun. Und diese haben vor diesem Hintergrund jede Woche 28 Unterrichtsstunden vor- und nachzubereiten, Elterngespräche zu führen und eine Vielzahl weiterer Aufgaben zu erledigen. Es ist erfreulich, dass die rotgrüne Landesregierung mit der Anpassung bei der Besoldung auf A13 bereits eine langjährige Ungleichbehandlung behoben hat. Daher halten wir eine Reduzierung der Unterrichtsstunden von Grundschullehrkräften auf 24,5 Stunden wie bei IGS-Lehrkräften für geboten. Ist doch die Heterogenität in den Klassen und somit die zusätzliche Arbeit sehr ähnlich.